Skandale und Stars: Prominente als Werbegesichter für illegale Online-Casinos

Seite 1 / 2

Skandale und Stars: Prominente als Werbegesichter für illegale Online-Casinos

News (1 / 1) 14.12.2023 10:00 / Simo


Cristiano Ronaldo, Rafael Nadal, Zlatan Ibrahimovic, Paris Hilton und Brad Pitt: Sie alle haben im Laufe ihrer Karriere für Sportwetten oder Glücksspiele geworben. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, solange es sich dabei um Anbieter handelt, die sich an die gesetzlichen Vorschriften im jeweiligen Land halten. Zum Problem wird die Angelegenheit jedoch dann, wenn es sich dabei um illegales Glücksspiel handelt, wie das beispielsweise bei It-Girl Laura Müller oder YouTuber und Streamer Ron Bielecki vermutlich der Fall war.

Illegale Online-Casino-Werbung: Was ist das Hauptproblem?

Bekannte Stars wie Cristiano Ronaldo und Paris Hilton, die als Gesichter von Online-Casinos auftreten, verleihen der Glücksspielbranche zweifellos einen Hauch von Glamour. Doch hinter den Kulissen verbirgt sich eine bedenkliche Realität: Der Anstieg der illegalen Online-Casino-Werbung mit bekannten Gesichtern. Das Hauptproblem dabei liegt in der mangelnden Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

Eine Studie zur Untersuchung deutscher Werbung für Online-Glücksspielangebote eines renommierten iGaming-Portals aus der DACH-Region zeigt: 76 % der Affiliate-Werbung für Online-Casinos ist illegal. Und in manchen Fällen taucht dabei auch das Gesicht des einen oder anderen Stars oder Sternchen auf, um den illegalen Online-Casinos etwas mehr Glanz zu verleihen.

Laura Müller warb zu Weihnachten 2022 für Anbieter ohne deutsche Lizenz

Ein bekanntes Beispiel für illegale Glücksspielwerbung ist das It-Girl und Influencerin Laura Müller. Sie hat vor einiger Zeit einen Kooperationspartner gewonnen, für den sie auf ihrem Instagram-Kanal die Werbetrommel rührte.

Das einzige Problem dabei: Dem Glücksspielanbieter fehlt die Berechtigung der deutschen Glücksspielbehörden, um seine Dienstleistungen hierzulande überhaupt anbieten zu dürfen. Die Verbraucherzentrale sprach gegen das Vorgehen solcher Anbieter bereits eine deutliche Warnung aus. Laut deren Experten handelt es sich dabei um sogenannte „schwarze Lotterien“.

Wer den Worten von Laura Müller Glauben schenkt, könnte meinen, er nimmt an der staatlichen spanischen Weihnachtslotterie „El Gordo“ teil, indem er sich dafür ein entsprechendes Los über den Anbieter Lottoland erwirbt. Die Verbraucherzentrale macht jedoch darauf aufmerksam, dass die Käufer eines solchen Loses gar nicht tatsächlich an der Verlosung teilnehmen, sondern lediglich auf den Ausgang der Lottozahlen wetten. Es gibt in diesem Fall also keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Auszahlung des Betrages im Gewinnfall.

Zudem müssen die Teilnehmer bei Lottoland auch noch sensible Daten bekanntgeben und Laura Müller ermunterte ihre Follower sogar noch dazu. Tatsächlich gehört Lottoland neben Multilotto und Lottohelden jedoch zu einem jener drei „schwarzen Lotterien“, vor dem die Verbraucherzentrale ausdrücklich warnt.

Wer sichergehen möchte, dass es sich bei einem der beworbenen Anbieter um kein illegales Online-Casino handelt, sollte regelmäßig die entsprechende Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder downloaden und checken. Denn dort werden alle Sportwetten-Anbieter und Online-Casinos gelistet, die im Besitz einer gültigen deutschen Lizenz sind.

Ron Bielecki: 480.000 Euro Geldstrafe stehen im Raum

Wer den YouTuber und Streamer schon einmal gesehen hat, der weiß, dass er gerne mit seinen Einkünften prahlt. Dank Sponsoren aus dem Glücksspiel-Bereich hat er es in den letzten Jahren laut Eigenauskunft zu einem ansehnlichen Vermögen gebracht.

Die Staatsanwaltschaft fand das jedoch nicht ganz so unterhaltend wie seine zahlreichen Follower. Sie stellt für die Bewerbung für illegale Glücksspiele auf Twitch eine Forderung von insgesamt 480.000 Euro an Ron Bielecki. Nach den Angaben der Staatsanwaltschaft wurde die Strafe vom Gericht auf 120 Tagessätze zu je 4.000 Euro festgesetzt. Die Grundlage für die Berechnung des Tagessatzes bildeten dabei die Aussagen des YouTubers bezüglich seines Einkommens in seinen eigenen Videos.